Die Kirche des Phex "Der Listige siegt."

Vom Wesen des Phex

In Aventurien wird Phex vor allem als Glücksgott verehrt, als Gott der Sterne und des Mondes, Gott der Händler und der Diebe. Im tulamidischen Raum macht er Hesinde ihren Rang als Göttin der Magie streitig. Bei den Angroscho gilt er als der "kleine Gefährte" von Angrosch, der sich immer in Schwierigkeiten bringt und Flausen im Kopf hat. Boron will er die Nacht abtrotzen und für den Herrn Praios ist er schon lange ein "Dorn im Auge".

Phex ist somit wohl eine der schillerndsten und streithaftesten Persönlichkeiten des Götterpantheons. Und gleichzeitig auch eine für den Spieltisch sehr interessante, denn nirgendwo bieten sich solch mannigfaltige Möglichkeiten einen außergewöhnlichen Charakter zu spielen wie bei einem Phex-Geweihten.

Die Kirche des Phex

Auch die Kirche des Phex ist eine Ansammlung von außergewöhnliche Charakteren. Anders als bei den anderen Kirchen, hat sie keine festgefügte Hierarchie, sondern besteht vielmehr aus einer erklecklichen Summe von unabhängig voneinander agierenden Tempeln, welche meistens untereinander in Konkurrenz um Macht, Besitz und Geheimwissen stehen.

Trotz aller Konkurrenz versteht es die Kirche in Momenten von kosmischer Bedeutung zusammenzustehen. Doch bis dahin verinnerlicht und lebt sie die Prinzipien Ihrer Kirche: Eigenverantwortlichkeit, Unabhängigkeit, Individualität und Freiheit. Diese Prinzipien beziehen sich auf die Tempel ebenso wie auf die einzelnen Geweihten, die den Grundpfeiler der Kirche bilden.

"Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Phex" gilt als oberste Kirchenregel und zeigt somit auf, dass die eigenen Leistungen vor dem Herrn am meisten zählen. Das ist auch ein grund warum es nur einige kleine Orden innerhalb der Phex-Kirche gibt.

Struktur und Hierarchie

In der Phex-Kirche werden die Novizen Graulinge oder Füchschen genannt. Sie betätigen sich als Kontorsgehilfen, Tempeldiener oder als reisende Lehrlinge in den Alltagsgeschäften Ihrer Lehrmeister. Die Akoluthen werden als Schatten bezeichnet. Die Akoluthenweihe wird nur an geprüfte Personen vergeben, z.B. an verdiente Händler oder Späher, Mitglieder der Mada Basari, Schreiber und Beobachter der Nachrichtenagentur Naduria. Die Priester der Phex-Kirche tragen den Titel Mondschatten. Sie sind nicht nur begnadete Feilscher und Diebe, sondern üben auch die gewöhnliche Gemeindearbeit und Seelsorge aus. Diejenigen Priester, die das geheimnis von Phexens Schattenraum enträtselt haben, nennen sich fortan Nachtschatten. Sie bekleiden als Hohepriester keinen tatsächlichen Rang innerhalb der Kirche, doch sind sie meist Personen mit großem kirchlichen oder weltlichen Einfluss. Die Tempelvorsteher werden als Vogtvikare bezeichnet. Hier zeigt sich wieder die Heimlichkeit, denn der Titel Vogtvikar lässt offen, ob der Tempelvorsteher als Vertretung für einen geheimen Tempelvorsteher handelt oder in Vertretung für Phex selbst. Das Kirchenoberhaupt und gleichzeitig das größte Rätsel der Phex-Kirche ist der Mond. Es heißt, dass nur der neuer Mond werden könne, der den aktuellen Amtsinhaber enttarnt. Leider ist von niemandem bekannt, dass er einmal Mond gewesen wäre. Es könnte sein, dass Phex selbst der Mond ist. Zu diesem Thema gab und gibt es immer wieder neue Spekulationen und Theorien. Wo die Wahrheit liegt? In den Schatten!

Die Tempel

Ein Gebot des Phex, die Heimlichkeit, spiegelt sich auf in seiner Verehrung wieder. Da er neben seiner Funktion als Glücksgott vor allem als Gott der Händler und Diebe gilt, wird er in weiten Teilen Aventuriens heimlich angebetet. Besonders das Mittelreich ist hier zu nennen. In einigen Städten oder Landstrichen ist die Phex-Kirche per Gesetzt verboten (Mengilla). Zum Teil sind heimliche Tempel verboten (z.B. Havena und Ragath). Bei manchen Tempeln ist die Heimlichkeit nur symbolisch angedeutet, aber es gibt auch gut verborgene Tempel, die mehrere Barrieren aufgebaut haben.

Innerhalb der Tempel werden alle phexischen Handwerkszeuge gelehrt, der Erwerb und Verkauf von Informationen, das Feilschen um die Beute eines Diebeszuges, die Grundlagen von betrug und Fälschung, aber auch das Erkennen günstiger Gelegenheiten für profitablen Handel. Manche Tempel haben zudem Schwerpunkte in der Lehre.

Die Ausrichtung der einzelnen Tempel obliegt der Tempelleitung. Diese richtet sich nach der jeweiligen klientel ihres Tempels. Viele Tempel dienen als Umschlagbörsen ür Waren und Teilhaberscheine, manche sind mystisch ausgerichtet, auch gibt es Tempel, die heimlich gelegen sind und nur vom lichtscheuen Nachvolk aufgesucht werden und in denen Meisterdiebe ausgebildet werden, außerdem fungieren viele als Wechselstuben und Informationsbörsen. Gerne werden Verträge im Phex-Tempel abgeschlossen um eine magische Beeinflussung zu unterbinden.

Der Dienst am Herren Phex

Der Dienst am Herren Phex fällt nach dem phexischen Gebot der Individualität sehr unterschiedlich ab. Aufgrund der Heimlichkeit sind öffentliche Gottesdienste eher selten. Vielmehr beten die meisten Anhänger Phexens alleine ihm zu Ehren. Die Kontakte der Geweihten zu den Gläubigen bilden meistens Einzelgespräche in denen Geschäftsabschlüsse beraten, Informationen angekauft oder verkauft, Bestechungsgeld weitergereicht, der Segen des Herrn Phex erstanden oder Leistungen versprochen oder eingelöst werden. Neben den Einzelgesprächen gibt es auch mystische Gottesdienste (in mystisch orientierten Tempeln) welche die Sterne und das Madamal anrufen, Maskenbälle oder gemeinschaftliches Feilschen auf Auktionen. Auch die Zwiesprache mit Phex ist eher ein Feilschen als ein andachtsvolles Gebet.

Auszug aus Phex für den eiligen Leser (GKM Seite 62-63):

Aspekte: Handel, Diebe, Nacht, Nebel, List, Glück, Eigenverantwortlichkeit, Humor, Freiheit, Individuum

Feiertage: Tag des Phex (16. Phex), Nebelfest (16. Efferd), Glückstag (24. Phex)

Sternbild: Fuchs

Beinamen: der Listige/ Listenreiche, Der Herr der Nacht/ der Schatten, Der Schatten (Alverans), der schelmische Gott

Heilige Orte: Orkenhort, Phexcaer

Heilige Tiere: Fuchs, Mungo (auf Maraskan), Sandfuchs, Fledermaus (Südaventurien), sowie der Streifenmeister (Elster). Im tulamidischen Raum zählen auch der Marder und Ratte dazu, selten Schakale

Heilige Pflanzen: Eibe (giftig), Sternanis (Gewürzpflanze), Blauhimmelstern (Gewürzpflanze), Madablüte (eine seltene Blume)

Heiliger Stein: Türkis

Heilige Farben: Grau oder Silber, Tükis

Opfergaben: Wertgegenstände (Silber, Gold, Edelsteine, Schmuck), Informationen, Questen, Entdeckungsfahrten oder Spionagezüge im Dienst der Kirche

Feindbilder: Dummheit und Feigheit, stillose und unehrenhafte Verbrechen (Mord, Vergewaltigung, Folter), zügellose Habgier, die die Gesetze der Menschlichkeit und die Tugenden der anderen Zwölfgötter verletzt, im tulamidischen Raum auch Schlangen und Geschuppte

Jenseitsbild: Phex kann nicht nur Dinge brauchen um den Himmel zu schmücken. Auch die flinkesten Diebe, die gerissensten Händler und die raffiniertesten Schnapphähne müssen eines Tages sterben. Und ehe Praios strafende Hand ihre Seelen erreichen kann, hat Phex sie gestohlen und als gläzende Lichter an den Himmel gezaubert, der dementsprechend „Phexens Hort“ genannt wird.

Weltbild: Niemand hat ein gottgegebenes Recht auf etwas - man muss sich verdienen, was man besitzen will, denn alles Gut ist vergänglich. Allein die Wahrheit hat Bestand, doch die kann man nicht kaufen oder stehlen. Man muss sie erkennen.

(Dies ist nur ein Auszug. Vollständige Informationen in GKM)